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1. Oktober 2013

Zukunft des Klinikums: Kommt der goldene Oktober?

Der Oktober gilt als „goldener” Herbstmonat. Im städtischen Klinikum sind mit diesem Monat besonders viele Hoffnungen verbunden. Denn im Oktober soll das Konzept der BDO-Wirtschaftsprüfer über die Zukunft des Hauses vorliegen. Kann dem Klinikum der Umschwung gelingen?

Beim städtischen Krankenhaus geht es um die Wurst. Eine Million Euro Zuschuss zum laufenden Betrieb hat das Haus bereits durch die Stadt bekommen, mit zwei weiteren Millionen wird in Kürze gerechnet. Wie es mittelfristig weitergeht, wird sich im Oktober entscheiden.
 

Veränderungen für Mitarbeiter

Viel wird auch davon abhängen, wie stark die Mitarbeiter bereit sein werden, finanziellen Verzicht zu üben. Ihr Weihnachtsgeld jedenfalls dürfte in diesem Jahr zumindest teilweise den Einsparbemühungen zum Opfer fallen. Möglicherweise müssen sie sich auf neue Rahmenbedingungen einstellen. Mit den bisherigen Tarifstrukturen dürfte das Haus schwer zu sanieren sein. Nach einer Mitarbeiterversammlung Anfang September jedenfalls wollten sich die Mitarbeiter nicht öffentlich darüber äußern, was besprochen wurde. Auch die Klinikleitung ist derzeit nicht sonderlich auskunftsfreudig. Geschäftsführer Dr. Peter Stremmel möchte erst das Konzept der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO abwarten, bevor er sich in einem Interview öffentlich zur Zukunft seines Hauses äußert.
 

Probleme wie andere Häuser auch

Wie viele andere Krankenhäuser in Deutschland leidet das Klinikum unter der dringend reformbedürftigen Krankenhausfinanzierung. Etliche Krankenhäuser müssen hinnehmen, dass seit Jahren Vergütungen gekürzt werden, die Kosten bei Energie und Personal aber stetig steigen.
 

Kommunikation nicht optimal

Mit der Prüfung durch die externe Firma BDO ist das eingetreten, was sich viele Ratsherren schon lange gewünscht hatten: Eine Überprüfung durch externe Experten. Dass zumindest in der Kommunikation einiges im Argen liegt, zeigt nicht zuletzt die desaströse Informationspolitik. Quasi von einem Tag auf den anderen wurden die Ratsmitglieder Ende August damit beauftragt, mit einem Ratsbeschluss für die Genehmigung eines Millionenzuschusses das Haus vor der Insolvenz zu retten. Inzwischen hat das städtische Rechnungsprüfungsamt den Auftrag, zu untersuchen, weshalb die Politik von der desaströsen Finanzsituation so „spontan“ erfuhr. Ob das Amt aber tatsächlich mangelnde Kommunikation zwischen Aufsichtsrat und Rat belegen kann, ist fraglich. Interessant dürfte im Übrigen auch die Frage sein, wie das Haus, das bisher keinerlei Einigung mit dem Mitbewerber St. Josef-Stift über eine Kooperation erzielen konnte, diesen Punkt in Zukunft angehen wird. Vom Rat war er als Voraussetzung für die Finanzhilfe genannt worden. In einer ersten Pressemitteilung des Krankenhauses, in dem erwähnt wurde, dass das Team von BDO an eine Zukunft des Hauses glaubt, war davon jedenfalls keine Rede.
 


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