Susanne Mittag
1. November 2013

Interview mit Susanne Mittag, MdB: „Fantastische Möglichkeiten“

Susanne Mittag (SPD) wurde in den 18. Deutschen Bundestag gewählt. Zusammen mit Astrid Grotelüschen (CDU), die bereits Bundestagserfahrung hat, vertritt sie die Interessen von Delmenhorst und der Region. Mit dem Deldorado sprach sie Mitte Oktober über ihre ersten Eindrücke.

Frau Mittag, haben Sie sich schon in Berlin eingelebt?
(Lacht) Da gab es noch nicht so viele Möglichkeiten. Wir hatten schon zwei Fraktionssitzungen und eine Landesgruppensitzung. Ich habe mich um meine neuen Mitarbeiter gekümmert. Wir hatten zwei Tage Klausurtagung. Kurz: Alles was man schon organisieren konnte, haben wir vor der konstituierenden Sitzung erledigt.

Ihr SPD-Vorgänger Holger Ortel saß einige Jahre im Bundestag. Welche Tipps hat er ihnen mit auf den Weg gegeben?
Wir haben uns ausgetauscht in Bezug auf Informationen und Strukturen, worauf man achten muss. Aber er ist eine Persönlichkeit und ich bin eine Persönlichkeit, jeder hat seinen eigenen Politikstil. Es wird nicht schwer zu erkennen sein, dass wir etwas unterschiedlich sind.

Im Kommunalwahlkampf haben Sie sich auch mit YouTube-Videos an die Öffentlichkeit gewandt, Holger Ortel war zurückhaltender, was die Informationsweitergabe an die Bürger angeht. Werden die Delmenhorster künftig besser über die Arbeit ihrer SPD-Bundestagskandidatin informiert werden?
Vielleicht anders, aber auf alle Fälle stärker. Im Wahlkampf habe ich viele Informationen über Facebook und meine Homepage herausgebracht und das werde ich auf alle Fälle weiterhin machen.

Was ist das reizvollste an Ihrer neuen Aufgabe?
Die Möglichkeit, im Bund mitgestalten zu können, ist fantastisch. Zwar nicht als Einzelne, aber auch in einem Stadtrat ist man von Mehrheiten abhängig. Alles, was man in einem Wahlprogramm darstellt, ist zwingend abhängig davon, in welchem Rahmen Bundesgelder fließen und wie die Gesetzgebung dort läuft. Bei solchen Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich ganz andere Möglichkeiten, etwas für die Region zu tun.

Was zum Beispiel?
In der Vertretung des Landes Niedersachsen gab es kürzlich eine Veranstaltung zum Thema Infrastruktur, also Straße, Schiene, Wasserwege, mit Wirtschaftsminister Olaf Lies. Er hatte sich vorher mit allen Landesverkehrsministern und dem Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer getroffen. Einstimmig wurde dabei vereinbart, dass erheblich mehr Geld in Infrastrukturmittel fließen muss. Im Norden gibt es einen großen Bedarf an Instandsetzung. Daher wird es eine Aufgabe sein, dafür zu kämpfen, dass die Gelder auch in unseren Wahlkreis fließen.

Hat sich mit dem Bundestagsmandat für Sie ein Lebenstraum erfüllt?
Ein Lebenstraum war es nicht, weil ich ihn nicht mein ganzes Leben lang hatte. Aber vor fünf Jahren hätte ich nicht im Traum dran gedacht, MdB zu werden. Dass mir die Möglichkeit geboten wurde, finde ich fantastisch. Ich bin froh darüber.
 


Vita Susanne Mittag
- geboren 1958 in Cleveland/Ohio, USA, aufgewachsen in Delmenhorst
- 1979 Eintritt in den Polizeidienst, zuletzt als Sachbearbeiterin im Bereich Einbruchsdiebstahl tätig
- 1988 Eintritt in die SPD
- seit 1996 Mitglied im Delmenhorster Stadtrat


 
 


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