Foto von Toys Company
29. November 2013

Spielzeug für Bedürftige – die Toys Company im Brendelweg

In der Toys Company im Brendelweg bekommen sozial schwächer gestellte Familien Spielzeug kostenlos aus zweiter Hand – speziell zur Weihnachtszeit eine hilfreiche Alternative. Doch das Geschäft funktioniert nur, wenn auch regelmäßig Sachspenden ihren Weg in die Regale finden.

Weihnachtszeit ist Geschenkezeit. Klar, über die Feiertage sollte Besinnung und familiäre Beschaulichkeit im Vordergrund stehen. Doch für die ganz Jungen, das weiß jeder aus seiner eigenen Kindheit, steht und fällt das Fest allein mit dem, was unter dem Weihnachtsbaum liegt. Umso bedauerlicher, dass es auch in Delmenhorst viele, häufig sozial schwache Familien gibt, die sich einfach keine teuren Spielsachen für ihren Nachwuchs leisten können. Abhilfe gibt es auf dem Dekra-Gelände im Brendelweg in Form der Toys Company. „Leider werden immer noch Spielzeuge, die vermeintlich nicht mehr gebraucht werden, einfach weggeschmissen“, berichtet Torsten Plate, der die Einrichtung vonseiten der Dekra Akademie betreut.
 

Kleine Geste, große Wirkung

Die Delmenhorster möchte er ermutigen, ausrangierte Spielzeuge, vom Schaukelpferd bis zum Gesellschaftsspiel, stattdessen bei der Toys Company abzugeben. Wer seine Spielzeuge dem kleinen Kaufmannsladen zur Verfügung stellt, tut damit gleich mehreren Menschen einen großen Gefallen, denn die Toys Company wird seit dem vergangenen Jahr auch im Rahmen der vom Jobcenter angebotenen Maßnahme „Praxiscenter“ zur Kenntnisvermittlung genutzt. Arbeitssuchende können hier lernen, wie der Arbeitsalltag in einem echten Ladengeschäft aussieht – inklusive eigener Wareneingangskontrolle, Finanzbuchhaltung und richtigem Kundenkontakt. Ganz nebenbei sorgt man so für leuchtende Kinderaugen und verhilft Maßnahmeteilnehmern gleichzeitig zu mehr Selbstsicherheit im Arbeitsleben. Sogar eine imaginäre Währung wurde eigens für die Qualifizierungsmaßnahme erfunden: Der Toys-Taler. „Wir wollten den echten Betrieb so realitätsnah wie möglich darstellen – dazu gehört natürlich auch eine Kassenabrechnung, die wir mit dieser fiktiven Währung simulieren“, erklärt Torsten Plate.
 

Kompetenzerwerb für Arbeitsmarkt

Für die vertragliche und inhaltliche Umsetzung ist Jens Schiemann vom Jobcenter zuständig. Gemeinsam mit Job-Coach Günter Winkelmann, Projektleiter Torsten Griebenow und den Arbeitsvermittlern des Jobcenters begleitet er die Teilnehmer des Praxiscenters, die im Rahmen der Maßnahme, je nach Qualifikation, nicht nur kaufmännische Tätigkeiten lernen sollen. „In den Räumlichkeiten auf dem Gelände können nach der Eignungsfeststellung auch erste Kompetenzen in den Bereichen Kfz, Metall, Lagerwirtschaft und einigen weiteren Gewerken erworben werden“, verdeutlicht Schiemann. Eines scheint sicher: Gerade in der Zeit vor den Feiertagen wünschen sich alle Beteiligten regen Betrieb. Zumindest in dem kleinen Spielzeuggeschäft, in dem mit Sicherheit für jede Sachspende ein Platz im Regal gefunden wird.
 


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