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    Jet-Flugtage in Ganderkesee am 10. und 11. August

    MÄNNERTRAEUME UND KEROSINGERUCH
    Am 10. und 11. August fanden in Ganderkesee die diesjährigen Jet-Flugtage statt. Von Jets über Hubschrauber bis hin zu einem Quadrocopter war alles dabei. Zwar flogen die Modelle hoch hinaus, ein paar fielen aber auch tief.


    Von allen Seiten dröhnte Turbinen- und Motorensound, den Besuchern stieg durchgehend der Geruch von Kerosin in die Nase. Fast hätte man glauben können, man wäre auf einem richtigen Flughafen. Aber nein: Auf dem Flugplatz in Ganderkesee starteten an diesem Wochenende nur Modell-Flieger. Im Rahmen der Jet-Flugtage konnten Piloten von Miniatur-Fliegern jeglicher Art ihr Können beweisen. Die 85 Piloten kamen aus ganz Deutschland und haben zum Teil mehrere Hundert Kilometer Anfahrtswege hinter sich gebracht. Besucher konnten dabei zuschauen, wie rund 120 Modelle durch die Luft schossen, segelten und wirbelten. Das kam gut an: Die Besucher-Massen strömten nur so durch die Tore des beliebten Events.
     

    Flieger in allen Variationen

    Am Start tummelten sich jede Menge Piloten. Im Minutentakt starteten und landeten Flieger, zwei bis drei Modelle befanden sich meist gleichzeitig in der Luft. Unter den Miniatur-Fliegern war alles vertreten, was fliegen kann: Militär-Jets, aber auch Passagierflugzeuge, Segelflieger und Hubschrauber. Sogar einen Quadrocopter mit Kamera-Funktion konnten die Zuschauer in die Luft steigen sehen. Um ein Modell zu fliegen, braucht man unter bestimmten Voraussetzungen nicht mal eine Erlaubnis: Alle Flieger mit einem Gewicht bis 25 Kilogramm dürfen ohne Genehmigung geflogen werden.
     

    Es gibt klare Regeln

    An der Startbahn stand nicht nur der Pilot mit seiner Fernsteuerung, sondern auch immer ein sogenannter Flugleiter, wie zum Beispiel Jens Janßen: „Ich passe auf, dass die Herrschaften auch die Regeln einhalten“, erklärte er seine Arbeit. Gerade beim Landen brauchen die Piloten oft Hilfestellung, da sie ja nur Richtung Flieger gucken können, aber nicht auf die Landebahn. Aus Sicherheitsgründen gab es vor Beginn der Veranstaltung ein Briefing für alle Piloten. Nur wer daran teilnahm, durfte auch fliegen. Die Flüge laufen nämlich nicht immer glatt: „Wir hatten gestern einen Kabinenaussetzer, der ist aber weich im Mais gelandet“, erzählte Janßen. Bei nur einem Absturz blieb es im Laufe des Wochenendes allerdings nicht.
     

    Teures Hobby

    Nicht nur die Modelle selbst unterschieden sich stark voneinander, sondern auch die Preis- und Gewichtsklassen. Das schwerste Modell bei den Flugtagen war 37 Kilogramm schwer, die meisten blieben aber unter der 25-Kilogramm-Grenze. Die Preise der Flieger variieren generell zwischen 400 und 20.000 Euro, Modellfliegen ist also ganz klar ein kostspieliges Hobby. Und wie kaum anders zu erwarten: Die meisten Piloten sind Männer. Viele sparen dafür jahrelang und erfüllen sich dann irgendwann ihren Traum. Auch Sebastian Bode ist stolzer Besitzer eines „Viper Sport Jets“. Diesen gibt es auch im Original, das Modell ist eine Nachbildung im Maßstab 1:4. Sebastian Bode fliegt schon seit seinem 15. Lebensjahr Modelflieger und mittlerweile seit drei Jahren Jets. Er hat sogar das Glück, einen Sponsor vorweisen zu können, sein Jet ist von Savöx, einem Hersteller von Modellteilen. „Das ist eine Seltenheit“, so Janßen. Die meisten Piloten müssen selbst für ihre Modelle aufkommen und das geht mächtig ins Portemonnaie. Ärgerlich, wenn man dann seinen Flieger im Maisfeld versenkt.
     

    Lieber erst mal testen

    Wer nicht gleich 20.000 Euro ausgeben möchte, kann das Modellfliegen auch erst einmal mit kleiner Hilfestellung antesten: Es gibt sogenannte „Schülermodule“ an den Fernsteuerungen, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren wie Fahrschulautos. Dafür müsse man sich nur einen Flugplatz in der Nähe suchen, bei dem Modellpiloten fliegen, so Janßen. So ein Probefliegen ist auch durchaus empfehlenswert, man will so eine Investition ja schließlich nicht gleich wortwörtlich in den Sand setzen.
     

    Eine große Community

    In der Modellflieger-Szene kennt man sich. Das bestätigte auch Sebastian Bode: „Man trifft sich auf den verschiedenen Veranstaltungen immer wieder.“ Der Veranstalter Manfred Neugebauer teilt diese Erfahrung: „Viele kommen kontinuierlich wieder.“ So treffen sich die Piloten Jahr für Jahr in Ganderkesee und lassen gemeinsam ihre Flieger starten. Auch dieses Jahr war der Besucherandrang groß: „Wir können keine konkrete Zahl nennen, aber es sind Tausende“, freute sich Neugebauer. Die Jet-Flugtage finden seit 2008 jährlich statt, angefangen habe man in den ersten beiden Jahren nur mit Jets, mittlerweile sei das Spektrum jedoch erweitert worden, „vom Doppeldecker bis zum Hubschrauber“, weiß Neugebauer. Der Name sei aber trotzdem geblieben, weil die Veranstaltung nun mal so bekannt geworden sei. Startschuss für die ersten Jet-Flugtage im Jahre 2008 war der Flug des Airbus A 380 auf dem Flugplatz in Ganderkesee, das damals größte Modellflugzeug mit einer Spannweite von 5,6 Metern. Mittlerweile sind die Flugtage ein fest etabliertes Event und erfreuen jedes Jahr viele Zuschauern.

     

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