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    Großer Frosch im kleinen Teich

    „DIE TRETMÜHLEN DES GLÜCKS“: MACHT GELD GLÜCKLICH?
    Kann man Glück kaufen? Dieser Frage widmete sich Prof. Mathias Binswanger aus der Schweiz bei einem Vortrag im Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) am 9. September. Vor zahlreichen Zuhörern erläuterte er, warum Zufriedenheit nicht mit hohem Einkommen gleichzusetzen ist.
     
    Was kann im Leben schon wichtiger sein als Glück? Und welche Rolle spielt dabei eigentlich das Geld? Dass diese Fragen für viele Menschen von großer Bedeutung sind, zeigten die durchweg besetzten Stühle im Vortragsraum des HWK. Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten, erläuterte in seinem Vortrag „Die Tretmühlen des Glücks“ das Verhältnis zwischen Ökonomie und Glück und stellte damit auch sein gleichnamiges Buch vor.
     

    Glück kann man nicht kaufen

    „Wir stellen uns vor, wenn wir ein höheres Einkommen hätten, wären wir noch glücklicher“, sagte Binswanger. Aber die Dinge, die wirklich glücklich machten, könne man nicht kaufen. Zwar könne man sich durch ein hohes Einkommen ein tolles Bett leisten, aber eben keinen guten Schlaf. Alles, was im Leben wichtig sei, wie Freunde, Familie, Gesundheit und vor allem Zeit, sei leider unbezahlbar. Ökonomie hat laut dem Schweizer Professor auch eigentlich nichts mit Geld zu tun, es gehe viel eher um Nutzen, wichtig sei also vor allem eine positive Kosten-Nutzen-Bilanz: Manche Menschen hätten viel Zeit, aber kein Geld. Andere hätten viel Geld, aber keine Zeit. „Es geht darum, den optimalen Mix zu finden“, erklärte Binswanger.
     

    Viel Geld macht nicht glücklich …

    … genug Geld aber schon? Laut Binswanger macht es uns glücklich, solange das Geld, das uns zur Verfügung steht, unser Leben absichert, wir uns also noch Essen, Miete und ein paar Vergnügungen leisten können. „Aber das durchschnittliche subjektive Wohlbefinden stagniert ab einer gewissen Einkommenshöhe“, ist sich Binswanger sicher. Kompliziert formuliert, aber eine ganz einfache Aussage: Statussymbole, die wir zum Leben nicht brauchten, würden uns nicht glücklich machen. Geld für das Notwendigste sollte jedoch vorhanden sein.
     

    Das Problem liegt im Vergleich

    Unglücklich mache uns bloß der Vergleich mit anderen. „Lieber ein großer Frosch im kleinen Teich als ein kleiner Frosch im großen Teich“, versuchte Binswanger die Problematik zu verbildlichen. Wenn die Menschen, die wir im Alltag um uns herum hätten, viel reicher seien als wir selbst, mache uns das unzufrieden. Lebten die Menschen in der Umgebung aber mit den gleichen Standards wie wir selbst, würden wir zufriedener mit der persönlichen finanziellen Situation sein.
     

    Weitere Vorträge am HWK

    Der Vortrag von dem Schweizer Professor ist nur ein Teil der Vortragsreihe, die das HWK anbietet. Zurzeit läuft die Reihe „Wachstum und Wohlstand“, jeder kann kostenlos an den Vorträgen teilnehmen und seine Fragen direkt an die Dozenten richten. Der nächste Vortrag findet am 21. Oktober statt und behandelt das Thema „Krisen und Herausforderungen des bisherigen Wachstumsmodells“. Weitere Infos gibt’s auf der Internetseite des HWK.

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