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    Im Wandel der Zeit

    EIN HISTORISCHER BLICK AUF DIE MARKTHALLE

    Die Markthalle steht vor einem neuen Lebensabschnitt – nach ihrer über 90-jährigen Geschichte als Marktfläche, Café- und Verkaufsraum soll sie nun als Veranstaltungszentrum neu aufblühen. Wir werfen einen Blick zurück und erzählen ihre Geschichte.

     

    Im Jahr 1920 wurde mit dem Bau der Markthalle begonnen. Aus der Not heraus, denn der Bau war eine sogenannte „Notstandsarbeit“: Weil die örtliche Wirtschaft am Boden lag und insbesondere die Bauwirtschaft Probleme hatte, sollte durch die Errichtung der Markthalle dem Baugewerbe neuer Schwung und den aus dem Krieg heimkehrenden Männern Arbeit gegeben werden. Zehn Jahre zuvor war der Wasserturm und 1914, noch kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, das Rathausensemble errichtet worden. In einem Punkt scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Nicht nur für die heute kurz vor dem Abschluss stehende Sanierung, auch bereits für den Bau der Halle benötigte die Stadt unterstützende Gelder. Damit aber das Reich und das Land Oldenburg einst die Entstehung finanziell unterstützen konnten, brauchte die Baumaßnahme den Status einer sogenannten „Notstandsarbeit“.

     

    Heutiger Rundbau ist Markthalle Nummer zwei

    Vor der Errichtung des heutigen Gebäudes hatte es seit 1896 an gleicher Stelle bereits eine erste, eckige Halle aus Fachwerk gegeben. Da sie aber als zu dunkel und unzweckmäßig galt, war sie nicht sehr beliebt. Sie wurde abgerissen. Als Architekt für den Neubau fiel die Wahl auf Heinz Stoffregen, der bereits den Wasserturm und das Rathaus entworfen hatte. Selbstverständlich war diese Entscheidung nicht, denn Stoffregens Vorstellungen hatten sich im Laufe der Jahre mehrfach geändert. Während er 1912 noch für eine eckige Halle plädiert hatte, schwebten ihm zwei Jahre später eine ovale Halle und schließlich eine runde Halle mit großem Vordach vor. Letztlich wurde der Rundbau, bekanntermaßen ohne das Dach, realisiert.

     

    Jahrzehnte bringen Veränderung

    Im Laufe der Jahrzehnte gab es einige Veränderungen rund um das Gebäude. Am 27. Juni 1955 beschloss der Stadtrat den Abriss der Arkaden, die das Rathaus mit der Markthalle verbanden, zudem errichtete man eine Bushaltestelle mit Wartehäuschen auf dem Rathausplatz ein. 1966 wurde auch das Kriegerdenkmal am Rathaus umgestaltet. In den 70ern änderte sich der Zeitgeist erneut. Im Dezember 1975  fand – nach dem Abriss der Haltestelle – der Markt wieder auf dem Rathausplatz statt. Mobile Marktstände und das Bewusstsein für die hohen Kosten, eine Halle zu betreiben, die nur an zwei Vormittagen genutzt wird, sorgten für eine neue Nutzung. Kleine Geschäfte und ein Eiscafé zogen ein. Doch auch sie blieben nicht ewig. Im Herbst 2008 beschloss die Politik die Entkernung und Sanierung, der Abschluss geschieht dieser Tage. Wir sagen: Glückwunsch, Markthalle, altes Haus und danken dem Stadtarchiv für die Hilfe bei der Recherche und das historische Bildmaterial.a

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