Deldorado 01 2021
Foto von Florian Kohfeldt
1. Januar 2015

Florian Kohfeldt – Delmenhorster in Werders neuem Trainerteam

Große Ehre: Florian Kohfeldt ist Co-Trainer unter Werders neuem Chefcoach Viktor Skripnik. Im Sommer 2001 wechselte er aus Delmenhorst zum SV Werder, spielte in der Bremen-Liga für die U21, bis er im Nachwuchsbereich als Trainer aktiv wurde.
 
Früher saß Florian Kohfeldt im Weserstadion noch selbst auf der Tribüne, um den Bremer Profis zuzujubeln. Jetzt beobachtet der Delmenhorster das Geschehen als Co-Trainer des SV Werder direkt am Spielfeldrand. Aus dem einstigen Jahn-Spieler ist eine feste Größe im neuen Trainerteam geworden. Viktor Skripnik, zuvor Trainer der Werder-Amateure, hatte Ende Oktober die Nachfolge des entlassenen Robin Dutt angetreten. Nun will der Ukrainer Werder aus dem Tabellenkeller führen, der Verein soll endlich wieder in die Erfolgsspur finden. Tatkräftig unterstützt wird er dabei neben Werder-Legende Torsten Frings und Torwart-Trainer Christian Vander von seinem langjährigen Assistenten Kohfeldt.
 

Ehre und Chance zugleich

Und der freut sich auf die neue Herausforderung: „Eine große Ehre und eine tolle Chance“, sagt Kohfeldt. „Ich bin sehr aufgeregt. Das erste Training war schon ein umwerfendes Gefühl. Und wenn ich im ausverkauften Weserstadion die 500 Meter bis zur Trainerbank laufe, ist das jedes Mal etwas ganz Besonderes.“ Vor ein paar Monaten noch trainierte der 32-Jährige als rechte Hand von Skripnik die U23 und als Cheftrainer die U16. Nun die Beförderung ins Profi-Trainerteam, der nächste riesengroße Schritt. „Der Karriereplan hat mich überholt. Wahnsinn, wie schnell alles geht“, staunt selbst Kohfeldt.
 

Vom TV Jahn zum Nachwuchstrainer

2001 war er als Keeper vom TV Jahn Delmenhorst an die Weser gewechselt und spielte unter dem damaligen Trainer Skripnik bei Werder Bremen III in der Bremen-Liga. Zugunsten einer Trainerlaufbahn hing Kohfeldt die Fußballschuhe aber früh an den Nagel. „Dies war eine bewusste Entscheidung. Ich habe früh erkannt: als Fußballer wird das nix“, gibt er zu. Somit wurde er Nachwuchstrainer bei Werder, studierte parallel Sport- und Gesundheitswissenschaften an der Uni Bremen.
 

Vertrautes Verhältnis zum Trainer

Florian Kohfeldt, der seit 2006 als Nachwuchstrainer im Werder-Leistungszentrum tätig ist, assistierte Viktor Skripnik bereits von 2007 bis zum vergangenen Sommer als Co-Trainer. Stets genoss er das Vertrauen seines Mentors. „Wir sind sehr vertraut miteinander und ergänzen uns in vielen Dingen sehr gut“, betont der 32-Jährige, der in Delmenhorst aufgewachsen ist und das Max-Planck-Gymnasium besuchte. „Uns verbindet ein sehr kollegiales Verhältnis. Viktor ist sehr offen und ehrlich, das schätze ich an ihm sehr.“ Ein besonderes Lob gilt auch der Mannschaft: „Die Spieler haben es mir sehr leicht gemacht. Einige kannte ich auch schon aus meiner Zeit als Jugendtrainer.“
 

Neue Sichtweisen vermitteln

Und welchen Part übernimmt Kohfeldt in Werders Trainerteam? Zu seinen Schwerpunkten zählt auch, sich intensiv mit Scouts auszutauschen. „Ansonsten bekomme ich täglich verschiedene Aufgaben, ich gehöre ganz normal zum Trainerteam“, erklärt Kohfeldt, der sich selbst nicht als Theoretiker im klassischen Sinne versteht, aber eine andere Sicht der Dinge vermitteln soll. „Wenn die Tür zu ist, sprechen wir über Fußball“, sagt er und wünscht sich für die Zukunft den größtmöglichen Erfolg mit der Mannschaft: „Zunächst müssen wir uns aber stabilisieren und bis zur Winterpause unbedingt weiter punkten.“
 

Unbefristete Verträge für Trainerstab

Ganz besonders dürfte sich Kohfeldt kürzlich über die neuen Verträge für Werders Trainerteam gefreut haben. Denn nun ist er auch offiziell Bundesliga-Co-Trainer. Ende November unterschrieb er einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Aber das Fußball-Geschäft kennt Kohfeldt nur zu genau: „In der Bundesliga geht es sehr schnelllebig zu, damit muss man sich abfinden“, erklärt er. Aber jetzt will Kohfeldt erstmal als Trainer Fuß fassen. Zusammen mit Torsten Frings absolviert er derzeit eine Ausbildung zum Fußball-Lehrer. Dann sollte dem Klassenerhalt ja nichts mehr im Wege stehen.
 


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