Deldorado 01 2021
1. Oktober 2014

Acht Jahre Amtszeit von Ober- bürgermeister de La Lanne: Adieu, Patrick!

Acht Jahre hat Oberbürgermeister Patrick de La Lanne die Geschicke der Stadt gelenkt. Was hat Delmenhorst in den Jahren seiner Regierung geprägt? Ein Rückblick:
 
Als Patrick de La Lanne am 29. September 2006 zum Oberbürgermeister der Stadt gewählt wurde, hatte er einen guten Start. Sein Vorgänger Carsten Schwettmann (CDU) war in großen Teilen des Rates nicht mehr gut gelitten und auch Teile der Bevölkerung waren froh, einen neuen Oberbürgermeister zu bekommen. Der „Neue“, geboren in San Francisco und unter anderem ehemaliger Geschäftsführer der deutsch-indischen Handelskammer in Neu-Delhi vereinte die Hoffnungen auf sich. Eine bürgernahe Verwaltung wollte er schaffen und Delmenhorst voranbringen. Ist es ihm gelungen? Antworten auf solche Fragen sind generell schwierig, denn wer nach den Verdiensten eines Oberbürgermeisters fragt, stößt schnell an die Grenzen der Beantwortbarkeit. Ein niedersächsischer Oberbürgermeister ist kein König oder Scheich, der allein und unabhängig über das Schicksal einer Stadt bestimmen kann. Vielmehr ist er an den Rat der Stadt gebunden, wo viele Entscheidungen von Bedeutung getroffen werden.
 

Offenes Ohr für die Bürger

Wie groß der Einfluss des Rates sein kann, musste de La Lanne etwa im März 2009 feststellen, als er nach fast einem Jahr Tätigkeit sein Amt im Aufsichtsrat des Bremer Energieversorgers swb niederlegen musste, weil der Rat sein Veto gegen die Tätigkeit eingelegt hatte. Es sollte nicht die einzige Machtprobe zwischen Lokalpolitikern und Stadtoberhaupt bleiben. Sie gipfelten darin, dass Patrick de La Lanne im November 2013 wegen Streitigkeiten über die Modalitäten seiner Wiederwahl als SPD-Kandidat aus der Partei austrat. Und auch mit seinem Stellvertreter im Amt, dem Ersten Stadtrat Gerd Linderkamp, verband ihn nicht gerade große Sympathie. Doch der OB ist in der Stadt nicht nur auf Widerstände gestoßen, sondern konnte auch etwas bewegen: Zur besten samstäglichen Wochenmarktszeit hat er sich mit seinen Spitzenbeamten in die Fußgängerzone gestellt und die Sorgen und Nöte der Bürger notiert. Auch das Bürgerbüro, das als serviceorientierte Stelle viel Lob erfahren hat, ist unter seiner Regierung entstanden. Zudem war ihm das Sicherheitsgefühl in der Stadt, etwa rund um den Bahnhof, stets ein wichtiges Anliegen.
 

Große Herausforderungen

Während seiner Amtszeit war de La Lanne mit einigen harten Nüssen konfrontiert. Unbequem wurde es etwa, als 2011 feststand, dass die Graft nach Abschalten des Wasserwerks unter Wasser stand. Auch nach der Bekanntgabe des erhöhten GraftTherme-Zuschussbedarfs hagelte es Kritik. Dass er ein geschickter Rhetoriker ist, zeigte sich am Beispiel Hertie. Immer wieder drückte er wortreich seine Hoffnungen in die dortigen Entwicklungen aus, etwa die von Uwe Pias. Doch den nicht erfolgten Verkauf des Komplexes dem OB anzulasten, wäre unfair, zumal er auch immer wieder deutlich gemacht hat, dass der Verkaufspreis in seinen Augen zu hoch sei.
 
Richtig ins Schwitzen kamen Patrick de La Lanne und seine Finanzbeamten, als das Klinikum Millionenhilfen zur Rettung brauchte. Binnen weniger Tage musste die klamme Verwaltung Geld beschaffen und Gläubiger beruhigen. Als positiv im Ergebnis der vergangenen acht Jahren hervorzuheben sind etwa die Neugestaltung des Rathausplatzes, die Pflasterung der Langen Straße bzw. Bahnhofstraße sowie die Sanierung des neuen Schmuckstücks der Stadt, der Markthalle. Der Stadt und den Bürgern wird Patrick de La Lanne erhalten bleiben. Schon direkt nach seiner Nichtwiederwahl hatte er angekündigt, mit seiner Familie in Delmenhorst zu bleiben und hier künftig als Jurist zu arbeiten. Wir wünschen alles Gute, herzlich willkommen in Delmenhorst!


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