Sozialkaufhaus -Innenansicht Kaufhaus
1. Februar 2013

Wohnen und Leben

MEHR ALS EIN SOZIALKAUFHAUS

Nach Umbau und Sortimentserweiterung ist aus dem Möbellager in der Stadthofstraße das Sozialkaufhaus „Wohnen und Leben“ geworden. Und hier gibt es weitaus mehr als nur günstige Möbel.

 

Seit 1. Dezember hat Delmenhorst sein erstes Sozialkaufhaus und im Zuge der Umgestaltung wurde auch das Sortiment erweitert. Kunden finden hier natürlich immer noch Möbel, unter anderem Schrankwände, Sessel, Couchtische und Sofas für die komplette Wohnzimmereinrichtung. Geht man aber die kurze Treppe hoch, sieht man auf der linken Seite zunächst eine Ecke mit Hosen, Jacken und T-Shirts, das meiste davon neu und Markenware. Im großen Verkaufsraum oben gibt es dann Küchentische, Geschirr und Tischdeko sowie die Tauschecke, wo man gebrauchte Tassen, Gläser oder Aschenbecher günstig erstehen (drei Teile für zwei Euro) oder kostenlos für etwas Mitgebrachtes eintauschen kann. Und schließlich ist hinten links das Café Keks untergebracht, das neben Kaffee, Cappuccino und Latte Macchiato einen täglich wechselnden Mittagstisch für 2 Euro anbietet.

Neues und Gebrauchtes

Mit der Mischung aus Neuwertigem und Gebrauchtem sowie aus Dingen, die zur Grundversorgung gehören und Accessoires unterscheidet sich das Sozialkaufhaus von vergleichbaren Einrichtungen, wie Geschäftsführer Klaus Puschmann betont. Was er meint, wird deutlich, wenn man sich in dem ehemaligen Güterbahnhofsgebäude umsieht: Der Couchtisch mit der Sitzgarnitur zum Beispiel, der könnte auch in einem großen Einrichtungszentrum stehen, genau wie das fröhlich-bunte Geschirr und die hübsche Tisch-Deko. Auch wenn manche Möbelstücke wie der Ohrensessel aus moosgrünem Velours klar vergangenen Jahrzehnten entstammen, ist bei vielem nicht immer auf den ersten Blick auszumachen, ob es sich um Neu- oder Gebrauchtware handelt.

 

Rabatte für Leistungsempfänger

Die Neue Arbeit, die das Sozialkaufhaus betreibt, gehört zur Diakonie, also dem evangelischen Wohlfahrtsverband. Das preiswerte Sortiment soll helfen, Menschen mit geringem Einkommen ein Leben über dem Existenzminimum zu ermöglichen. Denn gerade wenn größere Anschaffungen nötig werden, zeigt sich, wie schwierig es ist, mit den 382 Euro Grundsicherung, die Arbeitslosengeld-II-Empfänger monatlich zustehen, über die Runden zu kommen. Im Sozialkaufhaus bekommen Hartz-IV- und Sozialhilfe-Empfänger 20 Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment, sofern sie sich eine „Wohnen-und-Leben“-Karte ausstellen lassen. Allerdings würde Puschmann gern mehr dieser Karten ausstellen. 11.000 Menschen in der Stadt leben von Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung, allerdings habe bisher nur eine Handvoll eine solche Karte. Zudem berichtet Puschmann von vielen Stammkunden im Rentenalter: „Es ist erschreckend, wie viele arme Rentner es in Delmenhorst gibt.“ Gerade für die Älteren sei das Café im Sozialhaus eine „Begegnungsstätte“, weiß Puschmann.


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