Väterstammtisch
1. September 2013

Väterstammtisch in der Kerem Kulturkneipe

TREFFPUNKT FÜR PAPAS
Mütter können sich auf dem Spielplatz austauschen, wenn sie mit anderen Mamas über ihre Kinder reden wollen. Doch wo treffen sich arbeitende Papas, wenn sie mal mit Vätern über Freuden und Sorgen des Nachwuchses sprechen möchten? Dafür gibt es in der Kerem Kulturkneipe den Väterstammtisch.

Nach der Geburt eines Kindes bleiben Väter zwar immer häufiger zu Hause (laut des Statistischen Bundesamts war es 2011 jeder vierte), größtenteils sind es aber immer noch die Frauen, die im Job pausieren, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Frauen haben also viele Möglichkeiten, sich mit anderen Mamas über Kinder und Erziehung auszutauschen: beim Einkaufen, im Kindergarten, auf dem Spielplatz, in der Grundschule … Väter sind da oft schlechter dran. Will man wirklich mit dem Arbeitskollegen, den man vielleicht kaum kennt, über das Zahnen oder die Pubertät des Sohnes sprechen? In der Kerem Kulturkneipe trifft sich daher der Väterstammtisch, an dem sich die Herren der Schöpfung über sämtliche Nachwuchsthemen austauschen können.
 

Erst wenige Mitglieder

Noch hat der Stammtisch allerdings erst vier Mitglieder, doch das Quartett will künftig stärker auf sich aufmerksam machen. „Es geht bei uns einfach darum, mal zu schauen, in welcher Situation die anderen sind“, sagt Stammtischteilnehmer Marius Herzog, Vater eines 11-jährigen Jungen. Es sei nicht so einfach, mit Männern über Kinder zu reden. Und auch wenn alleinerziehende Väter beziehungsweise Trennungsväter mit zum Stammtisch gehören, ist er kein Treff für frustrierte Alleinerziehende, die auf die Ex-Frau schimpfen. „Man trifft nette Leute, das Thema Kinder ist kein Muss“, weiß Marius. Und alle drei Teilnehmer an diesem Abend versichern, dass sie noch nie über ihre Ex-Frauen (sofern vorhanden) beim Stammtisch gewettert haben. Demnächst wollen die Väter mal gemeinsam mit ihren Kindern etwas unternehmen, zum Beispiel einen Besuch beim Bauern machen, um den Kindern die Natur näherzubringen.
 

Kekse nur für die Mütter?

„Manches wird einem vonseiten der Mutter nicht zugetraut“, sagt Marius, „dann heißt es etwa: Und denk an die Regejacke!“ Und manche Erlebnisse, die kümmernde Väter mit ihren Kindern hatten, muten ein bisschen wie Satire an. So berichtet Heiner Creydt, Vater eines vierjährigen Sohns, davon, wie er mal als einziger Papa an einem Elternabend im Kindergarten teilnahm und die Erzieherin erklärte, dass sie extra für die Mütter Kekse gebacken habe. „Da habe ich gefragt: Darf ich auch einen essen?“, sagt Creydt. Die Erzieherin habe sich entschuldigt und gesagt, es sei ungewöhnlich, dass Männer zum Elternabend kämen. Heiner Creydt findet, es sei noch kein normales Bild, wenn sich Väter um Kinder kümmerten. Wenn er mal mit seinem Sohn auf den Spielplatz gehe und die Mütze verrutscht sei, habe er mehrfach vorwurfsvoll von einer Mutter gehört: „Ihr Kind erkältet sich.“ Solche und ähnliche Geschichten, aber auch aktuelle Dinge ohne Familienbezug sind Thema beim Väter-Stammtisch. Wer mal hingehen möchte: Der Stammtisch trifft sich an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat um 20 Uhr im Kerem.
 


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