Freundlicher Junge -  Kind mit Notebook - Laptop auf dem Schoß
1. Juni 2013

Spielen wie die Kleinen

LAN-PARTY FÜR ELTERN

Da viele Eltern mit dem Thema Computerspiele bei ihrem Nachwuchs Schwierigkeiten oder Fragen haben, fand in den Berufsbildenden Schulen II eine LAN-Party für Eltern statt. Dort konnten die Großen live ausprobieren, was die „Kleinen“ erleben, wenn sie spielen.

Viele Eltern wissen nicht genau, was ihre Kinder am Computer spielen. Sie haben meist selbst noch nie Games am PC gezockt und kennen das Erlebnis und die Faszination nicht. Um Eltern für dieses Thema zu sensibilisieren, fand am 17. Juni  in der Aula der BBS II eine LAN-Party für Eltern statt. „Die Stadt Delmenhorst hat sich für 2013 das Thema Medienkonsum auf die Fahnen geschrieben“, sagt Henning Fietz Mitorganisator. Die Eltern-LAN-Party geht auf die Bundeszentrale für politische Bildung zurück und wird von vielen Unterstützern gefördert. In Delmenhorst wurde sie vom Kriminalpräventiven Rat (KPR), der Anonymen Drogenberatung (Drob), der AG Schule und der Polizei präsentiert.

Extrem-Spieler haben die Kurve gekriegt

Unter den teilnehmenden Eltern fanden sich auch ein paar bekannte Gesichter. So war auch die Landtagsabgeordnete Annette Schwarz (CDU) mit dabei. „Mein Sohn ist 14 und weiß gar nicht, dass ich da bin“, sagt sie. Auch der städtische Fachbereichsleiter Rudolf Mattern nahm teil.  Anders als Annette Schwarz, die zugibt, dass sie sich mit Computerspielen gar nicht auskennt, hat Mattern bereits Spielerfahrung. Seine Lieblingsspiele sind nach eigenen Angaben Diablo und Siedler Online. Die Veranstalter hatten auch zwei passionierte Spieler mit dabei, die davon berichteten, wie sie selbst einst exzessiv gespielt, aber irgendwann doch die Kurve gekriegt haben. Es machte vielen der teilnehmenden Eltern Mut, dass nicht jeder Jugendliche, der es mal eine Zeitlang mit dem Spielen übertreibt, gleich süchtig wird.

Besseres Verständnis

Laut einer aktuellen JIM-Studie über Medienkonsum (nachzulesen unter www.mpfs.de) liegt auf Platz 1 bei den 12- bis 15-Jährigen übrigens kein Ballerspiel, sondern die Fußball-Simulation „FIFA“, auf Platz 2 findet sich die Figurensimulation „Die Sims“ und erst auf dem dritten Platz folgt der Ego-Shooter „Call of Duty“ zusammen mit dem Konstruktionsspiel „Minecraft“. Die Eltern Holger und Gaby Rimpel, die eine 14-jährige Tochter und einen 11-jährigen Sohn haben, hat die Veranstaltung gut gefallen und obwohl Holger Rimpel selbst regelmäßig „Minecraft“ spielt, konnten die Eltern noch etwas dazulernen. „Ich kann nun verstehen, dass die Kinder, wenn man ruft, während sie spielen, erst mal sagen: ‚Ja, gleich!‘“ Auch Petra Suhrkamp, vierfache Mutter und Vorsitzende des Stadtelternrats, fand die Teilnahme „sehr spannend.“ Sie hat beim Rennspiel „Trackmania“ erlebt, welchen Ehrgeiz ein Spiel auslöst und dass es dazu führen kann, sich immer wieder selbst zu sagen: „Einmal versuchst du es noch!“  Beim berühmt-berüchtigten Online-Shooter „Counterstrike“ war bei keinem der befragten Eltern Freude vorhanden. „Am Anfang hat man Hemmungen, jemanden abzuknallen und irgendwann war die Luft raus“, sagt Annette Schwarz.


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