Adrian5
1. Juli 2013

Malerisches von der Delme

KÜNSTLER ADRIAN MUDDER

Im Oldenburger Kunstfoyer am Langenweg findet derzeit eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Adrian Mudder statt. Für den gebürtigen Delmenhorster spielt dabei der kommerzielle Gedanke, wenn überhaupt, eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, er kann sich auf der Leinwand verwirklichen.

 

„Wie weit lässt sich der Zusammenhalt von Figur und Grund auflösen? Wie reichert sich die Schönheit autonomer geometrischer Strukturen assoziativ an? Wo liegt der poetische Gehalt von Malerei?“ Das ist die Art von Fragen, mit denen sich Betreiber einschlägiger Kunstfoyers manchmal beschäftigen. So zum Beispiel auch das Kunstfoyer am Langenweg in Oldenburg, das noch bis zum 5. Juli die Bilder des 1986 in Delmenhorst geborenen Adrian Mudder ausstellt. Dabei ist dem Künstler selbst eine derart hochtrabende Herangehensweise an seine Werke persönlich offenbar eher fremd. „Ich möchte  einfach nur Bilder malen“, lautet sein sympathisch-bodenständiger Kommentar im Gespräch mit dem Deldorado. Was seine Bilder letztlich bei dem Betrachter auslösen würden, sagt er, könne und wolle er gar nicht beeinflussen.

 

Viele Inspirationsquellen

 

Die Inspiration für seine Bilder holt er sich bei allen denkbaren Gelegenheiten. „Oft passiert es beispielsweise, dass ich irgendwo eine Form sehe, die ich einfach interessant finde und aufnehme. Beim Malen reagiere ich dann auf das, was auf der Leinwand entsteht – dabei entferne ich gegebenenfalls Elemente, die mir nicht gefallen. Andere wiederum hebe ich vielleicht hervor“, erklärt Mudder, der derzeit sein Studium der freien Kunst an der HBK Braunschweig absolviert und regelmäßig nach Delmenhorst pendelt. Während des Malens liefere das im Entstehen begriffene Bild dann irgendwann aus sich heraus genügend Inspiration – bis es schließlich fertig sei. Doch wann genau ist denn ein solches Bild, das ja durchaus einen eher abstrakten Charakter aufweist, überhaupt fertig? Die Problematik kennt ja schon der Laie, der sich vielleicht das letzte Mal im Kunstunterricht in der Schule mit dem Malen auseinandergesetzt hat: Es fällt einfach schwer, sich bewusst gegen einen weiteren Farbklecks oder Pinselstrich zu entscheiden. „Das finde ich auch immer noch schwierig“, gesteht Mudder. Eine endgültige Lösung für das Dilemma habe auch er nicht auf Lager. „Mir persönlich hilft es aber, parallel an mehreren Bildern zu arbeiten oder immer eine leere Leinwand parat zu haben. So kann man neue Ideen einfach in anderen Bildern verwenden und es fällt leichter, ein anderes zu beenden.“

 

Malerei als Leidenschaft

 

Die Menge an fertigen Werken, sagt er, sei ohnehin nicht ausschlaggebend – Malerei sei für ihn eine Leidenschaft, der kommerzielle Gedanke zunächst einmal nebensächlich. Wenn hier und da mal ein Bild den Besitzer wechsle, sei das sicher schön, aber kein Muss. „Es wäre doch auch Unsinn, mich beruflich ausschließlich auf etwas finanziell derart Unsicheres zu konzentrieren“, winkt er ab. An dieser Einstellung wird sich, wie es aussieht, wohl auch nach Abschluss seines Studiums wenig ändern. Auf die Frage nach seinen Zukunftsplänen entgegnet er dennoch: „Eigentlich möchte ich erst mal weiter Bilder malen.“


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