Wie lebt man vegan?
29. November 2013

In aller Munde: Veganismus

WAS ANGEHENDE VEGANER BEACHTEN MÜSSEN
Immer mehr Menschen in Delmenhorst interessieren sich für eine vegane Lebensweise. Dabei sind die tierfreundlichen Nahrungsmittel heute so vielfältig wie nie. Experten aus der Stadt erklären, worauf Veganer und die, die es werden wollen, besonders achtgeben müssen.
 
Was man da alles beachten muss, vegan leben ist mir viel zu umständlich! Einwände dieser Art hört man ja immer wieder – auch von Menschen, welche die ethischen Bedenken von überzeugten Veganern eigentlich teilen. „So schwer ist es eigentlich gar nicht, komplett auf tierische Produkte zu verzichten, wenn man es denn wirklich will“, entkräftet Horst Sellner das gängige Vorurteil. Gemeinsam mit seiner Frau Angelika Sellner leitet der überzeugte Vegetarier das Feinkostgeschäft „Naturkrämer“ in der Bahnhofstraße. „Zwar kann die Umstellung zu Beginn schwierig sein. Gerade heute gibt es aber unzählige schmackhafte Produkte, die oftmals auch eindeutig als vegan gekennzeichnet sind“, betont er. Einer der absoluten Renner derzeit im Angebot: Grünkohl und Pinkel – komplett vegan.
 

2013: Das vegane Jahr?

Im Gegensatz zu Vegetariern verzichten Veganer nicht nur auf den Verzehr von Fleisch. Tierische Erzeugnisse wie Eier, Milch und Honig dürfen hier ebenfalls nicht auf der Speisekarte stehen. „Einige Veganer verzichten auch in anderen Lebensbereichen komplett auf Tierprodukte, wie beispielsweise Leder. Produkte, für dessen Produktion Tiere zu Schaden gekommen seien könnten, sind dann ebenfalls tabu“, berichtet die Filialleiterin vom Reformhaus in der Innenstadt Monika Moschner. Auch sie findet, dass Delmenhorster, die vegan leben möchten, in ihrer Stadt eigentlich alles finden, was sie brauchen. Und trotz aller vermeintlichen Einstiegsschwierigkeiten nimmt sie bei ihren Kunden in letzter Zeit ein deutlich gestiegenes Interesse an veganen Produkten wahr. „2013 ist das vegane Jahr!“, ist sie überzeugt. Allerdings: Die tierfreundliche Lebensweise ist auch gesundheitlich deutlich anspruchsvoller. „Man muss als Veganer wirklich ganz bewusst darauf achten, sich ausgewogen zu ernähren“, sagt Moschner. Sonst komme es schnell zu unliebsamen Folgeerscheinungen wie brüchigen Nägeln, fahler Haut oder Haarausfall.
 

Regelmäßige Blutuntersuchungen

Deshalb sollten besonders Hülsenfrüchte, die Vollkornvarianten von Brot und Nudeln aus Hartweizengrieß fester Bestandteil der Ernährung sein. Trockenfrüchte böten zudem ausreichend Kalium, sagt Moschner. Angelika Sellner nennt als besonderen Tipp Rote Bete, die ein wichtiger Lieferant von Antioxidantien sei. Doch es gehört offenbar noch etwas mehr dazu: „Vitamin B12 kommt in pflanzlicher Nahrung leider nicht vor. Dieses ist aber wichtig für die Entwicklung von Knochen und Gehirn. In geringen Mengen sollte es deshalb in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich genommen werden. Überhaupt empfehle ich, regelmäßig eine Blutuntersuchung machen zu lassen.“ Für überzeugte Veganer ist das sicherlich ein geringer Preis. Zumal: „Kunden berichten mir, dass sie vielseitiger leben, seitdem sie vegan unterwegs sind. Man ist ideenreicher beim Kochen und schaut viel intensiver nach Alternativen“, sagt sie.
 


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