MINIATURMODELLE VON FRIEDEL HORSTMANN
1. Januar 2013

Harpstedter Original fertigt Duplikate

MINIATURMODELLE VON FRIEDEL HORSTMANN

Wenn Astrid Lindgrens Michel aus Lönneberga erwachsen wäre, würde er noch in seinem Schuppen sitzen und Holzfiguren schnitzen? Oder würde er sich filigraneren Arbeiten zuwenden wie zum Beispiel Friedel Horstmann? Der Harpstedter baut Trecker und andere Fahrzeuge mit unglaublich viel Liebe zum Detail nach.

 

„Vor drei Jahren kam ein Bekannter zu mir und sagte: ‚Friedel, du kannst ja auch so allerhand, kannst du nicht auch ein Treckermodell bauen?‘ Ich brauchte da nicht lange zu überlegen, sondern habe gleich angefangen“, erzählt Friedel Horstmann. So fing seine Leidenschaft für den Modellbau an. Der 73-jährige Rentner aus Harpstedt baut nämlich zahlreiche Trecker und andere Fahrzeuge in einem kleineren Maßstab nach – das mag erst einmal vielleicht wenig spektakulär klingen, wenn man sich die Modelle allerdings anschaut, wird schlagartig klar, warum Friedel Horstmann damit so viel Erfolg hat: Jedes noch so winzige Detail, das sich an dem großen „Vorbild“ finden lässt, gibt es auch bei der Miniatur-Abbildung: Die Lenkräder lassen sich drehen, Türen können geöffnet werden. „Und das, obwohl ich nicht einen einzigen Nagel verarbeitet habe, nur Holz und Leim“, sagt Horstmann stolz. „Da kannst du einen Detektor ranhalten, da piept nix.“

 

„Mit Leuten zu reden, ist für mich die beste Reklame“

Dem ersten Holztrecker folgten inzwischen zahlreiche mehr. Friedel Horstmann war damit auch auf Weihnachtsmärkten, unter anderem in Ostfriesland, Bremen, Worpswede oder im Landkreis Diepholz. Meistens nimmt er dann sieben bis acht Holzmodelle mit, die er dann stolz präsentiert. „Ich baue auf die Mund-zu-Mund-Propaganda. Bilder bringen nicht viel. Mit Leuten zu reden, ist für mich die beste Reklame.“ Die Resonanz auf seine Arbeiten sei sehr gut. In seiner eigenen kleinen Werkstatt baut er auf Bestellung neben Treckern auch andere Fahrzeuge wie Radlader oder sogar ein Raupenfahrzeug. „Ein Busfahrer in Rente hat bei mir mal einen Ziehharmonika-Bus bestellt. Als er ihn abgeholte, hatte er Tränen in den Augen, weil er ihm so gut gefiel“, erzählt der Modellbauer.

Keinen Stress

Am besten kommen bei den Leuten übrigens Oldtimer an, „denn da gibt es mehr zu sehen“, findet Horstmann. „Bei neueren Fahrzeugen ist viel verkleidet, bei den älteren gibt es schönere Details.“ Im letzten Jahr hat er um die 25 Modelle gebaut, die meisten sind verkauft. Ständig arbeitet er an neuen Bestellungen. Unter Zeitdruck setzen lässt er sich allerdings nicht. „Das ist ein Hobby von mir und soll Hobby bleiben!“ sagt er energisch. In  seine Werkstatt geht Friedel Horstmann auch nur, wenn er Lust dazu hat: „Ich arbeite, bis ich die Schnauze voll habe. Und erst wenn es wieder in meinen Fingern kribbelt, arbeite ich weiter.“ Die Liebhaber seiner Modelle gedulden sich sicher gern.


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