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1. Oktober 2013

Bokwa: „Sweat the Alphabet“

KONKURRENZ FüR ZUMBA?
Ist Zumba schon Schnee von gestern? Zumindest bekommt der Trendsport Konkurrenz: Bokwa ist gerade schwer im Kommen und zieht viele Sportbegeisterte in die Turnhallen. Aber wie hoch ist der Spaßfaktor beim Buchstaben-Tanzen wirklich? Das Deldorado hat den neuen Trend auf Herz und Nieren geprüft.
 
Bokwa ist die Erfindung eines südafrikanischen Fitnesstrainers, der sich mittlerweile einen Namen in Los Angeles gemacht hat, und gilt als ernstzunehmende Konkurrenz für Zumba. Mareike Schmitt, Kursleiterin an der VHS, nerven allerdings die ewigen Zumba-Vergleiche: „Bokwa macht man zu ganz anderer Musik, es gibt auch keine Choreografie und es hat nichts mit Salsa zu tun.“ Weitere Vorteile: Es ist ein Sport für alle von 4 bis 75 Jahren und soll so viel Spaß machen, dass es sich nicht wie ein Workout anfühlt. Zumindest steht das in der Beschreibung auf der offiziellen Bokwa-Homepage. Aber entspricht das der Realität? Wir haben dem Bokwa-Kurs der VHS Delmenhorst einen Besuch abgestattet.
 

Einfach zu lernen

Hat man das Konzept einmal verstanden, ist das Mittanzen eigentlich ganz einfach: Man tanzt Schritte in Buchstabenform, die der Bokwa Instructor vorher ankündigt. Der Vorteil: Wenn man alle Buchstaben einmal draufhat, kann nicht mehr viel schiefgehen und man kann sich problemlos durch das Alphabet schwitzen. Natürlich kommen die Buchstaben immer in unterschiedlicher Abfolge, sodass es nie langweilig wird. Patzer bleiben auch bei der „Nicht-Choreo“ nicht aus, aber keine Angst: Jeder dreht sich mal falsch herum.
 

Ein Sport für jedes Alter?

Bokwa ist unglaublich anstrengend. Das beweist auch das knallrote Gesicht und die leere 1,5-Liter-Wasserflasche unserer Deldorado-Reporterin. Natürlich ist körperliche Fitness nicht zwangsläufig altersabhängig (die unserer 23-jährigen Testerin lässt definitiv zu wünschen übrig), aber bei mangelnder Kondition sollte man die Sache lieber langsam angehen. Die Behauptung, es würde sich nicht wie ein Workout anfühlen, ist also nicht ganz richtig. Diesen Eindruck bestätigt auch Programmbereichsleiter des Gesundheits- und Bewegungsbereichs der VHS, Kai Reske. Er testet alle Kurse, die er verwaltet: „Von der Intensität finde ich persönlich Bokwa viel anstrengender als Zumba“, erzählt er. „Außerdem finde ich Bokwa besser, weil es leichter zu lernen ist.“
 

Hoher Spaßfaktor

Trotz permanentem Schweißvergießen: Bokwa macht unglaublich viel Spaß. Da die Schrittfolgen so einfach sind, kann man sich mehr auf das Tanzen selbst und den Rhythmus konzentrieren. Der Kurs ist ausgebucht, was schon für sich spricht, und die Teilnehmer sind topmotiviert. Genau das wünscht sich Bokwa Instructor Mareike Schmitt auch von ihren Kursteilnehmern: „Die sollen rumschreien, die sollen tanzen, die sollen völlig ausflippen, das macht gute Laune.“ Das spiegelt sich auch im Kurs wider: Die Teilnehmer wirken am Ende zwar ausgepowert, aber fröhlich und ausgelassen. Tanzwütige Fitnessfans sollten dem neuen Trend auf jeden Fall eine Chance geben, es lohnt sich. Da kriegt man Bok, wa? Weitere Infos zum Kurs gibt’s unter www.vhs-delmenhorst.de/bokwa


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